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Hashimoto-Thyreoiditis: Alles zur Entstehung und Behandlung der Schilddrüsen-Erkrankung

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Sie kann mit sehr unterschiedlichen Beschwerden einhergehen und wird medizinisch anhand typischer Befunde, Blutwerte und bildgebender Verfahren eingeordnet.

Hashimoto-Thyreoiditis: Das Wichtigste in Kürze

  • Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der sich das Schilddrüsengewebe im Verlauf verändern kann.
  • Die Diagnose stützt sich in der Regel auf typische Beschwerden sowie auf Laborwerte wie TSH, fT3, fT4 und TPO-Antikörper und bildgebende Verfahren.
  • Eine individuell abgestimmte medizinische Begleitung ist wichtig, um die Schilddrüsenfunktion regelmäßig zu kontrollieren und die Behandlung anzupassen.
  • Auch allgemeine Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Schlaf und Bewegung können im Alltag eine Rolle spielen und die Selbstorganisation unterstützen.

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Im Verlauf kann sich das Schilddrüsengewebe verändern, wodurch die Hormonbildung beeinträchtigt werden kann. Der Beitrag gibt einen Überblick darüber, wie die Erkrankung entsteht, wie sie diagnostiziert wird und welche Behandlungsansätze zum Einsatz kommen.

In diesem Artikel erfährst du, wie eine Hashimoto-Thyreoiditis entsteht, wie sie diagnostiziert wird und welche Symptome typisch sind. Außerdem zeigen wir dir die wichtigsten Behandlungsmaßnahmen und welche Rolle allgemeine Lebensstilfaktoren im Alltag spielen können.

1. Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis

Bei der chronisch-entzündlichen Autoimmunkrankheit Hashimoto-Thyreoiditis (auch Autoimmunthyreoiditis) bildet der Körper fälschlicherweise Antikörper gegen die Eiweiße der eigenen Schilddrüse. Das bis dahin gesunde Schilddrüsengewebe wird dadurch angegriffen, was schließlich zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt.

Interessant: Im Jahre 1912 beschrieb der japanische Pathologe und Chirurg Hakaru Hashimoto zum ersten Mal das Krankheitsbild der Hashimoto-Thyreoiditis. Nach ihm wurde die Schilddrüsenerkrankung benannt.

Ursachen einer Autoimmunthyreoiditis

Die genaue Ursache dieser Immun-Überreaktion ist nicht bekannt. Vermutet werden sowohl genetische Ursachen als auch eine sehr hohe Jodzufuhr. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass bakterielle oder virale Infektionen, besonders stressige Lebensphasen, Lebensmittelunverträglichkeiten oder auch Hormonveränderungen (z. B. durch eine Schwangerschaft) die Autoimmunreaktion in Gang setzen.

Eine Hashimoto-Thyreoiditis tritt zudem oft gemeinsam mit anderen Autoimmunkrankheiten auf, wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder Diabetes mellitus Typ 1.

Auch eine insgesamt unausgewogene Nährstoffversorgung wird im wissenschaftlichen Kontext immer wieder mit der Schilddrüsenfunktion in Verbindung gebracht.

Hashimoto-Thyreoiditis-Verlauf

Zu Beginn der Erkrankung bildet das Schilddrüsengewebe oft noch eine normale Menge an Schilddrüsenhormonen, gleichzeitig kommt es bereits zum Absterben von Schilddrüsenzellen. Um einen normalen Hormonspiegel aufrechtzuerhalten, wächst das noch funktionierende Gewebe an. Aus diesem Grund geht die Anfangsphase einer Hashimoto-Thyreoiditis häufig mit einer vergrößerten Schilddrüse (Struma) einher.

Mit der Zeit geht immer mehr Schilddrüsengewebe verloren und es können nicht mehr genug Schilddrüsenhormone gebildet werden. Dies führt zu typischen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion.

In seltenen Fällen kann es anfangs auch zu einer kurzzeitigen Schilddrüsenüberfunktion kommen. Dies liegt daran, dass das Schilddrüsengewebe eine gewisse Menge an Hormonen speichert. Stirbt es ab, werden die Hormone plötzlich freigesetzt.

Nach der akut entzündlichen Phase entwickelt sich in den meisten Fällen eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese ist die Folge davon, dass die Schilddrüse durch die Angriffe der eigenen Antikörper immer zu einem gewissen Teil irreparabel beschädigt wird.

2. Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis

Eine Hashimoto-Thyreoiditis kann durch eine ganze Reihe typischer Symptome gekennzeichnet sein:

  • Müdigkeit, Erschöpfung und Abgeschlagenheit
  • Gewichtszunahme
  • Engegefühl im Hals
  • depressive Verstimmungen
  • Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwäche
  • Kälteüberempfindlichkeit
  • trockene Haut und brüchige Nägel
  • Haarausfall oder trockene und stumpfe Haare
  • Herzrhythmusstörungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Darmbeschwerden oder Verstopfung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Zyklusstörungen bei Frauen
  • Potenzstörungen bei Männern

Gut zu wissen: Anfangs können die Symptome schwer einzuordnen sein. Sie treten eher unregelmäßig und nicht sehr stark ausgeprägt auf und werden schnell alltäglichen Gegebenheiten wie Stress, Schlafmangel oder einer vorübergehenden Belastung zugeschrieben. Die Beschwerden ähneln meist denen einer Schilddrüsenunterfunktion, zeitweilig können aber auch Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten.

3. Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis

Bei Verdacht auf eine Autoimmunthyreoiditis ist es wichtig, Beschwerden medizinisch abklären zu lassen. Der Arzt bzw. die Ärztin wird ein Blutbild machen und deine Schilddrüse mittels Ultraschall (Schilddrüsensonografie) untersuchen. Spezialisiert auf dieses Gebiet sind Nuklearmediziner:innen und Endokrinologen bzw. Endokrinologinnen.

Welche Blutwerte sind wichtig?

Bei Verdacht auf eine Hashimoto-Thyreoiditis werden folgende Werte im Blutserum untersucht:

  • Thyroidea-stimulierendes Hormon (basal) (TSH): Signalhormone der Hypophyse zur Schilddrüse
  • freies T3 (fT3): freie, ungebundene Form des Schilddrüsen-Hormons T3 (Trijodthyronin)
  • freies T4 (fT4): freie, ungebundene Form des Schilddrüsen-Hormons T4 (Thyroxin)
  • Thyreoidale Peroxidase Ak (TPO Ak): Antikörperwert der vom Immunsystem produzierten Schilddrüsenantikörper

Bei einer gesunden und gut arbeitenden Schilddrüse sollten die Werte in folgenden Bereichen liegen (Unterschiede in der Maßeinheit können laborabhängig abweichen):

  • TSH: 0,4 bis 4,0 mU/l
  • fT3: 2,0 – 4.4 pg/ml
  • fT4: 0,8 -1,8 ng/dl
  • TPO Ak: < 34 IUL/ml

Zur Diagnosefindung ist die Bestimmung verschiedener Antikörper-Werte im Blut relevant. Ein typischer Nachweis ist die Erhöhung des Antikörper-Wertes gegen das Enzym Schilddrüsenperoxidase (TPO) ist ein Enzym.

Was zeigt der Ultraschall?

Da ein erhöhter TPO-Wert auch bei anderen Autoimmunerkrankungen auftritt, erfolgt für eine genaue Diagnose immer eine Ultraschalluntersuchung. Mit der sogenannten Schilddrüsensonografie lässt sich die zerstörte Binnenstruktur der Schilddrüse darstellen.

Die typische Hashimoto-Schilddrüse zeigt in der Ultraschalluntersuchung eine echoarme (dunkle) und unregelmäßige Binnenstruktur, die als mottenfraßartig oder leopardenfellartig beschrieben werden kann.

Je nach Erkrankungsstadium kann die Schilddrüse vergrößert, verkleinert oder sogar kaum noch erkennbar sein. Ein Szintigramm der Schilddrüse (nuklearmedizinische Untersuchung) ist bei Hashimoto-Thyreoiditis ohne zusätzlichen diagnostischen Wert und allenfalls zur Abklärung von gleichzeitig auftretenden Schilddrüsenknoten nur selten notwendig.

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis wird in zwei Verlaufsformen unterschieden: der atrophischen und der hypertrophen Form.

  1. Atrophe Form: Hier schwinden die Zellen der Schilddrüse. Das Organ schrumpft. In Deutschland leidet die Mehrheit der Patienten an dieser Variante der Krankheit.
  2. Hypertrophe Form: Hier vergrößert sich die Schilddrüse, ein Kropf (eine Struma) entsteht. Das ist hierzulande eine seltenere Form.

4. Therapie einer Hashimoto-Thyreoiditis

Bei der Therapie einer Autoimmunthyreoiditis geht es darum, die Schilddrüsenfunktion medizinisch zu begleiten und die Behandlung individuell an die vorliegenden Befunde anzupassen.

Nach einer gesicherten Diagnose werden die gemessenen Werte ärztlich eingeordnet und im Verlauf regelmäßig kontrolliert.

Einnahme von Schilddrüsen-Präparaten

Anhand der im Blut festgestellten fT3- und fT4-Werte erhältst du ein passendes, synthetisch hergestelltes Schilddrüsen-Präparat. Zunächst wird in der Regel mit einer Therapie mit L-Thyroxin (T4) begonnen. Auch die Dosierung wird der Blutuntersuchung entsprechend angepasst.

Über diese Schilddrüsentabletten wird dem Körper eine gewisse Menge T4 zugeführt, welches er dann in T3 umwandeln kann. Durch die externe Gabe von T4 wird die Schilddrüse entlastet.

Sollte die Behandlung weiter angepasst werden müssen, entscheidet darüber die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt auf Basis der Beschwerden und der Laborwerte.

Wichtig: Leidest du in der Anfangsphase unter einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), ist zunächst keine Hormontherapie sinnvoll.

In einem Kontrolltermin nach ca. zwei bis drei Monaten erfolgen eine erneute Blutabnahme und eine Ultraschalluntersuchung. Anhand dessen können die Ärztinnen und Ärzte sehen, wie sich die Werte im Blut entwickeln. Dementsprechend wird die Dosierung der Schilddrüsentabletten gegebenenfalls angepasst.

Alternative Behandlungsmethode

Sollte es im Verlauf weiteren medizinischen Klärungsbedarfs geben, besteht die Möglichkeit, dass verschiedene Therapieoptionen ärztlich besprochen werden.

In bestimmten Fällen wird diese natürliche Form besser als die synthetisch hergestellten Thyroxinpräparate vertragen.

Diese Schilddrüsenhormone werden auch NDT (Natural Desiccated Thyroid) genannt, sind allerdings in ihrer Dosierung schwieriger zu handhaben und werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen.

5. Weitere Hashimoto-Maßnahmen & Tipps

Die Hashimoto ist zwar nicht heilbar, aber einige allgemeine Maßnahmen können dabei helfen, den Alltag mit der Erkrankung gut zu strukturieren.

Ernährung für die Schilddrüse

Da die Erkrankung mit dem Immunsystem zusammenhängt, kann eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung im Alltag eine wichtige Rolle spielen. Ebenso können regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit Belastungen hilfreich sein.

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Folgende Lebensmittel sind bei einer Hashimoto-Thyreoiditis gut geeignet:

  • Viel Gemüse
  • Zuckerarmes Obst
  • Glutenfreie Getreide
  • Hochwertige Fette
  • Eiweißquellen
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Gewürze
  • Probiotika

Folgende Lebensmittel sind bei einer Hashimoto-Thyreoiditis weniger gut geeignet:

  • Zuckerreiches Obst
  • Einfache Kohlenhydrate
  • Glutenhaltiges Getreide
  • Ungünstige Fette
  • Zucker
  • Wurstwaren und rotes Fleisch
  • Fast Food und Fertiggerichte
  • Alkohol

Nährstoffe, die die Schilddrüse unterstützen

In erster Linie solltest du versuchen, alle wichtigen Nährstoffe über deine Ernährung abzudecken. Auch im wissenschaftlichen Kontext wird untersucht, welche Rolle einzelne Nährstoffe für die normale Schilddrüsenfunktion spielen können.

Selen

Selen ist ein Spurenelement, das im Zusammenhang mit der normalen Schilddrüsenfunktion diskutiert wird. Auch wissenschaftliche Arbeiten zur Schilddrüse befassen sich mit diesem Zusammenhang.

Jod

Jod ist an der Produktion und Bildung der Schilddrüsenhormone beteiligt. Sowohl zu viel als auch zu wenig Jod im Körper kann die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du den Jodspiegel regelmäßig überprüfen lässt. Über einen Jod-Sättigungstest im Urin können die genauen Werte bestimmt werden.

Zink

Zink ist ein Spurenelement, das an vielen Prozessen im Körper beteiligt ist. Im Zusammenhang mit der Ernährung wird es auch bei Fragen der allgemeinen Nährstoffversorgung betrachtet.

Vitamin D

Vitamin D ist an der Regulierung des Immunsystems beteiligt. Studien befassen sich mit dem Vitamin-D-Status bei Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind ein wiederkehrendes Thema in der Ernährungsforschung. Wenn du dich allgemeiner mit diesem Thema beschäftigen möchtest, findest du hier einen Überblick zu

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Eisen

Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Enzyms Schilddrüsen-Peroxidase (TPO), welches eine Rolle bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen spielt. Ein Eisenmangel wurde bereits in Studien mit der Schilddrüsenfunktion in Verbindung gebracht.

Schilddrüsen-Tabletten richtig einnehmen

Dir fällt es schwer, morgens an die Einnahme deiner Schilddrüsen-Tablette zu denken? Stelle dir die Tabletten und eine Flasche Wasser direkt neben dein Bett, damit du sie nach dem Aufwachen direkt im Blick hast.

Wenn sich im Tagesverlauf Veränderungen zeigen, sprich mögliche Anpassungen der Einnahme bitte immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Alternativ kannst du die Tablette auch spätabends mit zweistündigem Abstand zu deiner letzten Mahlzeit einnehmen. Besprich mögliche Änderungen der Einnahme aber bitte unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Beachte: Nimm L-Thyroxin nicht gleichzeitig mit Milchprodukten, Soja oder Kaffee ein. Diese Lebensmittel können die Aufnahme des Wirkstoffes in den Körper hemmen.

Stoffwechselvorgänge mit Bewegung anregen

Für die Gesundheit des ganzen Körpers ist regelmäßige körperliche Aktivität sehr wichtig. Damit bringst du Stoffwechselvorgänge in Gang.

Achte allerdings darauf, deinen Körper nicht durch ein zu anstrengendes Sport- und Bewegungsprogramm unnötig in Stress zu versetzen oder gar zu überfordern. Gib deinem Körper außerdem immer genug Zeit, sich ausreichend zu regenerieren, bis eine neue Belastung durch Sport erfolgt.

Um den Stoffwechsel und den Muskelaufbau anzuregen, empfiehlt sich ein leichtes Training. Ideal geeignet sind beispielsweise:

  • Laufen bei mäßiger Geschwindigkeit
  • Nordic Walking
  • Fahrradfahren
  • Yoga und Pilates
  • Schwimmen

6. Unser Fazit zum Thema Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis gehört zu den Schilddrüsenerkrankungen und ist geprägt durch chronische Entzündungen. Da die Autoimmunkrankheit nicht heilbar ist, wird sie ein Leben lang vom ersten Ausbruch an begleiten. Sie ist mal mehr, mal weniger präsent. Eine individuell abgestimmte Behandlung und regelmäßige medizinische Begleitung spielen deshalb eine wichtige Rolle.

Eine ausgewogene Ernährung und mögliche Anpassungen ungünstiger Lebensgewohnheiten können im Alltag hilfreich sein. Faktoren wie stark verarbeitete Lebensmittel, Stress und zu wenig Schlaf können die allgemeine Belastung erhöhen. Meide sie bestmöglich.

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